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Küche
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Als Küche wird ein Raum innerhalb einer Wohnung, einer gastronomischen Einrichtung oder einer Einrichtung zur Gemeinschaftsverpflegung bezeichnet, der vorwiegend zur Zubereitung und teilweise zur Lagerung von Speisen genutzt wird. Neben ihrer reinen Funktion als Ort der Zubereitung von Nahrung, ist die Küche im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte immer wieder ein bestimmendes Element der Entwicklung von Wohnformen und Abbild gesellschaftlicher Strukturen gewesen. Heute sind Küchen je nach Verwendungszweck und Hintergrund sehr differenziert und nicht nur als reine Kochlokation im Gebrauch. Waren Küchen früher reine Funktionsanlagen, sind heutige Küchen teilweise auch Ausdruck des persönlichen Lebensstils. Zur Grundausstattung moderner Privatküchen gehört neben Herd und Ofen auch eine Spüle, ein Kühlschrank sowie in zunehmenden Maße eine Mikrowelle und eine Geschirrspülmaschine. Spezielle Anforderungen an Sonderformen der Küche bedingen teilweise erhebliche Unterschiede in Ausstattung und Nutzung.
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Etymologie
Der Begriff „Küche“ leitet sich wahrscheinlich vom althochdeutschen chúchîna ab, welches wiederum über das spätlateinische cocina vom lateinischen coquere (kochen) ableitet.
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Geschichtliche Entwicklung
Die ersten nachweisbaren Strukturen einer Küche, also ein von einer reinen Feuerstelle unterscheidbarer Bereich zur Nahrungszubereitung, finden sich in Grabungsfunden der vorkeramischen Neolithikum-A-Strukturen Jerichos aus der Zeit um 8350 v. Chr. bis 7370 v. Chr. Diese bestanden aus sehr einfachen Lehmöfen, offenen Feuerstellen und Mahlsteinen in den Innenhöfen der strohgedeckten Lehmhütten dieser frühen Stadtsiedlung. Vermutet wird eine Gemeinschaftsnutzung dieser „Protoküchen“ durch die in den umliegenden Hütten wohnhaften Familiengruppen. In vorkeramischen Epochen gab es noch keine ausreichend widerstandsfähigen Kochgeschirre, deswegen wurde Nahrung entweder am Feuer (über dem Feuer, oder auch in der Asche) gebacken oder gebraten, oder, mittels erhitzter Steine, in Kalebassen oder Lederschläuchen erhitzt.
In den alten Stadtstaaten Anatoliens wie etwa Çatalhöyük um 7000 v. Chr. wurden Küchen ebenfalls als getrennte Herde und offene Feuerstellen in den Lehmhäusern gefunden. Nach den bislang bekannten Ausgrabungsfunden handelt es sich hier um einfache Lehmöfen, die in abgetrennten Räumen oder in gesonderten Gebäudestrukturen verteilt waren.
In Mesopotamien bestanden die Herde (in akkadisch kinûnu genannt) aus erhöhten Kochstellen aus Lehmziegeln und offenen Feuerstellen, die sich meist im Freien befanden. Weiterhin wurden einfache Öfen (sumerisch tinûnu) verwendet, deren Form und Name zu den heutigen indischen Tandoors oder den türkischen tanur-Öfen weiterleitet. Brotfladen, das Hauptnahrungsmittel der Mesopotamier, wurde an der Außenseite dieser Tonöfen, aber auch in der Asche auf den Herden gebacken. Durch das warme Klima mussten diese Herde keine zusätzliche Aufgabe als Wärmequelle erfüllen. Keilschrifttafeln der Akkader, die um zirka 1750 v. Chr. datiert sind, geben einen guten Einblick in die Ausstattung dieser Küchen.
Im Griechenland der Antike war die Architektur der Wohnhäuser meist geprägt vom Atrium-Stil, ein überdachter, aber sonst offener Patio diente hier meist als Küche. Nur in den Häusern der wohlhabenden Bevölkerung befand sich die Küche in einem separaten Raum, üblicherweise direkt neben einem Bad, um beide Räume gleichzeitig durch das Küchenfeuer zu erwärmen. Oftmals gab es noch einen kleinen separaten Raum hinter der Küche, um Nahrungsmittel und Küchenutensilien aufzubewahren.
Im Römischen Reich besaßen die einfachen Stadtbewohner meist keine eigene Küche. In zunehmendem Maß wurde der Backofen zur Brotzubereitung in den Küchen der Römer durch zentralisierte Bäckereien ersetzt und verschwand aus den Häusern. Zur Zubereitung der Speisen gab es in den Städten große, öffentliche Küchen. In einigen davon befanden sich kleine, mobile Herde aus Bronze, auf denen ein Feuer zum Kochen entfacht werden konnte. Die Küchen der wohlhabenden Römer waren verhältnismäßig gut eingerichtet. In einer römischen Villa war die Küche üblicherweise ein Teil des Hauptgebäudes, jedoch als separater Raum angelegt. Dies geschah zum einen aus praktischen Gründen um die Rauchentwicklung einzuschränken, zum anderen aus soziologischen Gründen, da die Küche ausschließlich durch Sklaven bewirtschaftet wurde. Die Feuerstelle befand sich typischerweise auf dem Boden an einer Wand, manchmal etwas erhöht, so dass man auf den Knien kochen konnte. Abzüge oder Schornsteine gab es nicht.
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Mittelalter
Frühe europäische Langhäuser besaßen keine eigene Küche, sondern eine offene Feuerstelle unter dem höchsten Punkt des Gebäudes. Zwischen dieser meist vertieften und mit Steinen ausgekleideten Feuerstelle und dem Eingangsbereich des Hauses befand sich der „Küchenbereich“ in dem die Speisen vorbereitet wurden, hier war meist auch der Platz für die Reibemühle. An Stelle eines Kamins diente ein Loch im Dach als Abzug für den Rauch. Neben dem Kochen diente diese Feuerstelle auch als Wärme- und Lichtquelle dieser Einraumhäuser. Ähnliche Bauformen finden sich in Langhäusern späterer Kulturen wie etwa bei den Irokesen Nordamerikas.
In den größeren Heimstätten der europäischen Adligen war die Küche oft in einem separaten und teilweise vertieften Gebäude um das Repräsentationszwecken dienende Haupthaus vom Rauch frei zu halten. In den Motten des 9. Jahrhunderts konnte dieses Gebäude auch in der Vorburg gelegen sein.
Die ersten bekannten Herdöfen Japans stammen aus der Kofun-Zeit (3.–6. Jahrhundert). Diese Herde (Kamado genannt) bestanden aus Mörtel und Ton. Sie wurden durch ein Loch in der Vorderseite befeuert und hatten auf der Oberseite eine weitere Öffnung in die ein Topf mit seinem Rand eingehängt werden konnte. Diese Herdöfen wurden verwendet um zum Beispiel Reis zu kochen. Diese Art Herdöfen blieb für Jahrhunderte in Benutzung. Als Zweitherd (namens irori) diente eine offene Feuerstelle welche mit Holzkohle befeuert wurde. Auf dieser wurden Beilagen zubereitet und sie diente ebenfalls als Wärmequelle. Derartige Feuerstellen finden sich bis in die Edo-Zeit (17.–19. Jahrhundert).
Während des gesamten Zeitraums des Mittelalters blieb die Küche von den architektonischen Veränderungen der Zeit weitgehend unberührt. Offenes Feuer war die einzige Methode Nahrungsmittel zu erwärmen. Europäische Küchen waren dunkel, verrußt und rauchig. Daher ihre gebräuchlichen Namen „Rauchküche“ oder „Schwarzküche“. In den europäischen Städten des 10.–12. Jahrhunderts nutzten die Küchen immer noch eine offene Feuerstelle in der Mitte des Raumes. In reichen Haushalten wurde die Küche oft in den ersten Stock verlegt, da im Erdgeschoss Stallungen und Lagerräume eingerichtet waren. In Schlössern und Klöstern waren die Küchen und Arbeitsräume von den Wohnquartieren getrennt, dadurch konnte der Herd nicht mehr als Wärmequelle genutzt werden, was zur Verbreitung von Frühformen des Kachelofens führte. Nicht zuletzt die in Klöstern vorhandenen klassischen Werke römischer Schriftsteller führten dort zur Übernahme antiker Bauformen und Bauweisen, wie etwa im Kloster St. Gallen mit mehreren Großküchen, Brauereien und Spezialanlagen zur Nahrungszubereitung für größere Pilgergruppen.
Durch das Aufkommen des Kamins wurde der Herd von der Mitte des Raumes an eine Wand verlegt und es entstanden die ersten gemauerten Ziegelherde. Das Feuer wurde auf der Herdfläche entzündet und ein Hohlraum unter dem Herd diente als Lager- und Trockenplatz für das benötigte Feuerholz. Um den Rauch in den Kamin zu leiten wurde ein sogenanntes Zugfeuer benutzt, bei dem ein kräftiger Holzscheit für einen Warmluftstrom sorgte, der nach oben in den Kamin zog und den Rauch durch den Rauchfang abziehen ließ. Die früher fast ausschließlich verwendeten Keramiktöpfe wurden mehr und mehr durch Töpfe aus Eisen, Bronze und Kupfer, als Hängekessel oder als Dreibeintöpfe, sogenannte Grapen ersetzt. Gekocht wurde am Kesselhaken über dem Feuer, dabei wurde der Topf an einer Kesselsäge aufgehängt und bei Bedarf höher oder tiefer gehängt. Weiter wurden Töpfe und Pfanne auf eisernen Dreibeinen, den Pfannenhunden über das Feuer oder in die glühende Asche gestellt. Damit konnte die Temperatur gegenüber früheren Herdarten besser kontrolliert werden, was zu einer Weiterentwicklung der Kochkunst und zu ebenso zu einer Weiterentwicklung der Kücheneinrichtung führte. Der Kamin erfüllte gleichzeitig die Aufgabe einer Räucherkammer, in ihm wurden Würste und Schinken „in den Rauch gehängt“.
Braten, Geflügel und andere Speisen wurden nach wie vor auch am Spieß über offenem Feuer oder der Glut zubereitet. Leonardo da Vinci erfand einen mechanischen Drehspieß, der mittels eines im Kamin befindlichen Windrads und der aufsteigenden Warmluft den Bratspieß drehte. Dieses System fand während der Renaissance eine weite Verbreitung in reicheren Häusern.
Während des gesamten Mittelalters war das Kochen mit offenem Feuer in den Küchen besonders in den Städten mit ihren dicht an dicht stehenden Holzhäusern immer wieder ein Ausgangspunkt für große Feuersbrünste und damit eine Gefahr für die Stadt und ihre Bewohner. Deswegen wurden Vorschriften erlassen die diese Gefahr minimieren sollten. In alten Chroniken werden die Folgen derartiger Feuer drastisch geschildert.
Mit Beginn des Spätmittelalters verloren die Küchen in Europa weitgehend ihre Heizungsfunktion. Die Feuerstelle in der Küche wurde mehr und mehr durch Kachelöfen ersetzt, welche zwar noch immer von der Küche aus befeuert wurden, jetzt aber im Nebenraum, also der Wohnstube standen. Damit war dieser Raum rauchfrei und konnte als Repräsentationsraum und zur Darstellung des eigenen Reichtums genutzt werden. In den Gebäuden der Oberklasse wurde das Kochen von den Bediensteten ausgeführt und die Küche daher mehr und mehr von den Essräumen entfernt. Teilweise wurden daher vor allem in Schlössern und Burgen einfache Speisenaufzüge eingerichtet, um die fertigen Speisen von der Küche in die Essräume zu schaffen. In einfacheren Häusern hielt sich die Einraumlösung sehr lange oder man nutzte eine Küche im Eingangsbereich des Hauses. Manche Häuser besaßen auch eine Schwarzküche in einem separaten Anbau.
Die mittelalterliche Schwarzküche blieb über eine lange Zeit besonders als Bauernküche, oder in den Häusern der Armen erhalten. In einigen, hauptsächlich ländlichen Gebieten waren derartige Küchen noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in Benutzung. Häuser dieser Bauform haben oft nur einen mit Holz und Lehm verkleideten, sehr einfachen Kamin, der den Rauch direkt in den Dachstuhl leitet. Dort befindet sich die Räucherkammer in der Würste und Schinken im Rauch hängen, dabei kalt geräuchert werden. Der Rauch wirkt zusätzlich als gutes Imprägnierungsmittel für die Holzbalken des Dachgestühls gegen Schädlinge.
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Küchen als sozialer Bereich
Wohn- und Arbeitsküche
Lange Zeit waren Küche und Wohnraum untrennbar miteinander verbunden. Zum einen war oft die Küche der einzig beheizbare Raum, zum anderen konnte die Hausfrau während der Küchenarbeit die Kinder beaufsichtigen. Da Küchendämpfe Feuchtigkeit bedeuteten und zusammen mit den Gerüchen den Aufenthalt unangenehm werden ließen, nahm oftmals die Trennung zwischen Wohnbereich und Küchenbereich mehr und mehr zu. Kompaktere Bauweisen, die ab 1945 Einzug in die Architektur hielten, gaben Einbauküchen den Vorrang. Heutige Küchentechnik, zum Beispiel Dunstabzugshauben erlauben eine Rückkehr zur Verbindung von Wohnraum und Küche. Nicht nur Familienwohnungen, in denen die Gemeinsamkeit im Vordergrund steht, auch kleine Singlewohnungen, in denen optimale Raumnutzung ein wichtiges Kriterium ist verbinden Koch- und Wohnraum miteinander.
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Gemeinschaftsküche
Vor allem in Wohngemeinschaften und Wohnheimen wird aus praktischen, Platz- und Geldgründen auf eine eigene Küche für jede Mietpartei verzichtet. Teuere Elektrogeräte, aber auch Geschirr und Besteck können effektiv von mehreren Parteien genutzt werden. Besonders in WGs wird aus der Küche oftmals das Zentrum gemeinsamen Beisammenseins. Besondere Ansprüche ist dabei auf die Sauberkeit und Ordnung eines jeden Benutzers zu stellen. Um eine möglichst normale Benutzbarkeit zu ermöglichen, sollte jeder in Eigenverantwortung die von ihm benutzten – und notfalls auch andere, liegengebliebene – Utensilien säubern und an den vorgesehenen Platz räumen.
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Die Küche in der Gastronomie
Bereits zu Zeiten der Römer finden sich öffentliche Garküchen. In Rom wurden diese sogar bevorzugt zur Versorgung der Bevölkerung genutzt, da viele der großen Häuser keine individuellen Küchen enthielten.
Besonders an Pilgerwegen oder Reiserouten zu Handelszentren bildeten sich im Mittelalter einfache Gasthäuser, Schenken und Gasthöfe aus. Diese unterschieden sich aber kaum von den Küchen der üblichen Häuser der Bevölkerung und besaßen allenfalls größere und auf mehr Reisende ausgerichtete Einrichtungen und Werkzeuge.
Mit der französischen Revolution wurden viele der Küchenmeister des Adels arbeitslos und einige davon eröffneten in Folge Restaurationen, aus dem unser heutiger Begriff Restaurant abgeleitet wird. Es ist wahrscheinlich, dass bestimmte Unterschiede der Gastronomieküche und ihrer Einrichtung aus diesem Umstand abgeleitet ist.
Küchen, die zur gewerblichen Zubereitung von Speisen genutzt werden, unterliegen in den meisten Ländern Gesundheits- und Hygienevorschriften, deren Einhaltung in regelmäßigen Abständen überprüft wird. Zudem ist eine effiziente Speisenzubereitung, auch unter Zeitdruck notwendig. Vor allen aus diesen Gründen, wird in der Gastronomie mehr Wert auf Funktion, als auf Design gelegt. Edelstahl ist ein in Profiküchen häufig anzutreffendes Material, da es hygienisch, dauerhaft und leicht zu reinigen ist.
Um die Effizienz zu steigern, gilt in Gastronomieküchen eine strikte Hierarchie und Aufgabenteilung. Ausgehend vom Küchenchef ist die Küchenbrigade sowohl in Ausbildungsebenen, als auch in Speisegruppen eingeteilt.
Die Notwendigkeit eine Vielzahl von Gerichten auf Wunsch des Gastes zuzubereiten hat in den meisten Restaurants das System des „Mise en place“ entstehen lassen, welches wiederum durch geeignete Einrichtungsgegenstände und Geräte unterstützt wird. Hierbei werden die Zutaten für alle Tagesgerichte auf der Karte vorbereitet, gerüstet und in geeigneten Behältern frisch gehalten, Gemüse werden teilweise bereits blanchiert etc. Dies erfordert bestimmte Spezialeinrichtungen in Gastronomieküchen um größere Mengen vorbereiteter Zutaten je nach Verwendungszweck gekühlt oder vorgewärmt an den Arbeitsplätzen der Köche zu halten. Dazu wurden so genannte „Gastronormbehälter“ entwickelt, deren Größen aufeinander aufbauen und die deswegen zum Beispiel gut in entsprechende Kühlwannen oder Wasserbäder passen.
Eine gewerblich geführte Küche gilt als Großküche, wenn sie täglich über 200 warme Essen kocht und mindestens acht Mitarbeiter bei Betriebszeit im Dienst hat.
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Küche in der Systemgastronomie
Siehe auch Hauptartikel: Systemgastronomie
Um innerhalb einer Restaurantkette dem Kunden einen möglichst einheitlichen und gleichbleibenden Service zu bieten, hat sich mit der Systemgastronomie eine Spezialform der gewerblichen Küchen herausgebildet. Ein standardisiertes und multipliziertes Konzept sowohl in der Küche als auch im Kundenbereich selbst ermöglichen eine Ökonomisierung und Vereinheitlichung des kompletten Restaurantbetriebes. Durch eine hierarchische Struktur werden Speisenangebot, Speisenzubereitung, Qualitätsansprüche, Preise, Corporate Identity und auch die Werbung vereinheitlicht und für jedes Restaurant der Kette vorgeschrieben. Neben den bekannten Systemgastronomie-Ketten im Fast-Food-Bereich gibt es auch eine Vielzahl von sogenannten Full-Service-Ketten, sowie auf bestimmte Standorte spezialisierte Systemgastronomieeinrichtungen.
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Sonderfälle
Oftmals müssen Küchen unter außergewöhnlichen Voraussetzungen operieren. Einschränkungen vor allem in Platz, Zeit und Budget erfordern eine optimale Ausnutzung der Gegebenheiten. Einige dieser Sonderformen haben sich zu eigenständigen Bereichen in der Küchenwelt herausgebildet.
Die Feldküche
Als Feldküche oder Feldkochherd bezeichnet man eine nicht in umschlossenen Räumen zur Zubereitung von Nahrung für größere Gruppen genutzte Kücheneinrichtung. Diese ist als Fahrzeuganhänger konstruiert, oder seltener fest in einem Fahrzeug installiert, und damit nicht ortsgebunden. Ein Feldkochherd wird meist zur Zubereitung von Nahrung für Militärgruppen, im Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz oder bei Pfadfindern, Jugendlagern und ähnlichem verwendet.
Entstanden sind Feldküchen mit dem Aufkommen organisierter Kriegshaufen und um den immer größer werdenden Tross, der sich um jeden einzelnen Teilnehmer einer militärischen Einheit bildete, zu verkleinern. War in früheren Zeiten jeder einzelne Kriegsknecht für seine Versorgung selbst verantwortlich, wurde dies etwa seit dem 16. und 17. Jahrhundert in Feldküchen zentralisiert. In diesen wurde an einem Ort für alle Soldaten gemeinsam das Essen zubereitet und eine zentrale Essensausgabe organisiert. Feldküchen waren in jeder Militäreinheit ein wichtiger Punkt zum Erhalt der Moral der Truppe und mangelhafte, oder nicht ausreichende Ernährung führte oft zu Beschwerden, Aufständen und Meutereien.
In heutigen Zeiten sind Feldküchen ein wichtiger Bestandteil der Ausstattung der Einheiten des Katastrophenschutzes, wie beispielsweise des Roten Kreuzes, beim THW, den Feuerwehren und anderen Organisationen. In den verpflegungsdienstlichen Einheiten des Betreuungsdienstes ist die Feldküche dabei die Hauptausstattung. Sie werden darüber hinaus bei Jugendlagern und auf größeren Freizeitveranstaltungen eingesetzt und haben als Gulaschkanone Eingang gefunden in unseren allgemeinen Sprachschatz.
Moderne Feldküchen bestehen in der Regel aus einer oder mehreren mit Gas, Diesel und selten auch mit Benzin beheizten Mulden, die sowohl zum Kochen als auch zum Dünsten und Braten verwendet werden können. Einige Modelle bieten darüber hinaus auch Backöfen. Von den meisten Herstellern sind auch Ausstattungsvarianten erhältlich, die mit verschiedenen Brennstoffen betrieben werden können, um ein Höchstmaß an Unabhängigkeit auch unter schwierigen Einsatzbedingungen zu gewährleisten. Die Ausstattung einer Feldküche erfüllt alle üblichen Küchenanforderungen.
Die Zubereitung von Nahrung in einer Feldküche ist aber durch einige besondere Anforderungen und Probleme gekennzeichnet. So ist im Regelfall eine große Zahl an Personen in vergleichsweise kurzer Zeit zu versorgen. Der Einsatz einer Feldküche erfordert darüber hinaus aufgrund der Verwendung im Freien besondere Vorsicht und Maßnahmen hinsichtlich der Hygiene. Möglichkeiten zur angemessenen Kühlung der Nahrungsmittel und zur ortsnahen Reinigung der Ausstattung sind beispielsweise oft nur eingeschränkt oder nicht vorhanden.
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Küche der Molekulargastronomie
Als Sonderform der modernen Gastronomieküche muss die Küche der Molekulargastronomie gelten, die besonders durch die Küche von Ferran Adrià in seinem Restaurant El Bulli bekannt geworden ist. Hierbei wird die traditionelle Zubereitung von Nahrung ersetzt durch chemisch/physikalische Vorgänge, bei denen Nahrungsmittel erzeugt werden. Der notwendige technologische Aufwand zum Beispiel zur Aufbewahrung von flüssigem Stickstoff (N2) oder zur Herstellung gesättigter Calciumchlorid-Lösungen, die hier verwendet werden) verhindert weitgehend, dass diese Sonderform der Küche in Privathaushalten genutzt wird.
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Küche im Flugzeug
Die ersten Küchen in Fluggeräten finden sich in den Großluftschiffen wie dem Zeppelin. Hier wurde noch ein mehrgängiges Menü für die Passagiere auf traditionelle Art in elektrischen Kochgeräten hergestellt, was in den ersten Passagierflugzeugen auf Grund des Platzbedarfs für eine herkömmliche Küche dieser Zeit nicht möglich war. Eine erste bekannte Küche in einem Flugzeug, bestand aus einer Kochplatte mit Spüle, die 1930 auf Anraten Werner Sells in eine Junkers Ju 52 für einen rumänischen Prinzen eingebaut wurde. Sell, der sich zunächst mit Konzepten zu Einbauküchen beschäftigte, wurde 1954 von Mitarbeitern der Lufthansa beauftragt, eine Küche für die Flugzeuge der neuen Atlantikstrecken der Lufthansa zu entwickeln. Die bisher bekannten, in den USA gefertigten Flugzeugküchen waren zu einfach für die Zwecke der Lufthansa. Durch überzeugende Konzepte und Ideen für die geplante Flugzeugküche, konnte sich Sell bald zu einem der führenden Herstellern von Flugzeugküchen entwickeln, die noch heute in einer großen Zahl von Flugzeugen eingebaut werden.[10]
Flugzeugküchen sind optimiert auf die Zubereitung von Speisen auf engstem Raum, sodass herkömmliche Kücheneinrichtungen und -materialen kaum Verwendung in Flugzeugküchen finden. Doch nicht nur der Platzbedarf ist ausschlaggebend für den Verzicht auf eine umfangreiche Einrichtung, auch würden Sicherheitsbestimmungen das Zubereiten einer vollständigen Mahlzeit verbieten.
Das Essen, vorbereitet, portioniert und oft tiefgekühlt von Caterern geliefert, wird in Dampfgarern, oder Mikrowellengeräten aufgewärmt und den Passagieren serviert. Die Zubereitung der im Flugzeug gereichten Speisen beginnt bis zu 72 Stunden vor Start der Maschine, die Versorgung mit Essen gehört zu den wichtigsten logistischen Aufgaben im Personenflugverkehr. Vorgaben der Fluggesellschaft, Passagierzahlen und Sonderbestellungen müssen koordiniert werden. Zudem werden zusammen mit den Speisen auch die Duty-Free-Artikel durch Caterer an Bord der Flugzeuge gebracht.
Die im Flugzeug notwendige Küchentechnik reduziert sich auf die Kühleinheit und Wärmgerät, zusammen meist Pantry genannt. In den meisten modernen Flugzeugen werden die Speisen direkt per Rollcontainer (Trolleys) und Behältern angeliefert. Eine Boeing 747-400 beispielsweise wird mit 114 Behältern, 102 Trolleys und 18 Öfen bestückt.[11]
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